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Laufende Forschungsprojekte

Laufende Forschungsprojekte am Institut für Ethnologie Freiburg


Grounding Area Studies in Social Practice: Südostasien-Forschung in Freiburg

 

Die Freiburger Südostasienforschung beruht auf einem interdisziplinären Fächerverbund von Politikwissenschaft, Ethnologie, Ökonomie und außereuropäischer Geschichte. Die beteiligten ForscherInnen eint ein Verständnis von Regionalstudien als relationale, transkulturell orientierte Forschung jenseits von Orientalismus und Okzidentalismus. Ihr Forschungsgegenstand ist die gelebte soziale Alltagspraxis in ihrer komplexen soziokulturellen Pluralität und Diversität. Daraus ergibt sich die zentrale Bedeutung einer über Textexegese und Diskursanalyse hinausgehenden, auf umfangreiche Felderhebungen gestützten Empirie. Sie ist einem konstruktivistischen Theorieverständnis verpflichtet, in das sie jedoch rationalistische Argumente integriert. Dies impliziert einen ausgeprägten Methodenpluralismus, dessen Markenzeichen das Bemühen um Konvergenz von Methoden hermeneutischer und deduktiv-nomothetischer epistemologischer Traditionen ist.
Das Mandala-Konzept der Freiburger Südostasienforschung ist als Programm konzentrischer Kreise angelegt, in deren Mittelpunkt eine auf Interdisziplinarität und Internationalisierung ausgerichtete Forschung und Lehre stehen. Die weiteren Programmkomponenten lagern sich an diesen inhaltlichen Kern an.

Die Freiburger Forschung ist drittmittelstark und innovativ. Sie versteht sich als Transfer- und Lokalisierungsforschung und beruht auf drei thematischen Schwerpunkten, zwischen denen es vielfältige Verbindungen gibt: Zum einen der Okzidentalismusforschung („Jenseits von Okzidentalismus: Konzepte des ,Westens’ in Asien“), zum anderen der als Mehrebenenagenda konzipierten Demokratisierungsforschung (Demokratisierung internationaler Institutionen, Konsolidierung neuer Demokratien und Dezentralisierung) sowie als dritten Forschungsschwerpunkt den „Dynamics of Sinicization“ (Identitätskonstruktionen von südostasiatischen Chinesinnen und Chinesen, ökonomische und politische Veränderungen in Südostasien, die mit Chinas Machtzuwachs einhergehen). Forschung, Nachwuchsförderung und Methodenentwicklung sind mit dem seit 2004 bestehenden, interdisziplinären Lehr- und Forschungsverbund Asien sowie mit interdisziplinären internationalen Studiengängen und mit weiteren Programmelementen eng verzahnt. Entsprechend der Devise Forschung und Lehre nicht nur „über“ und „in“, sondern „mit“ Südostasien zu betreiben und zu gestalten, wofür exemplarisch das erprobte, reziproke Tandemmodell der ethnologischen Lehrforschung steht, geht es um eine weitere Vernetzung mit der Region durch universitäre Kooperationsabkommen, Fellowships, Alumni-Strukturen sowie Wissenszirkulation auf der Grundlage eines reflexiven Entwicklungsverständnisses.

Hier gehts's zum Flyer.

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Freiburger Südostasienforschung für weitere zwei Jahre (11/2013 - 10/2015). Das Institut für Ethnologie kann aus BMBF-Mitteln derzeit zwei wissenschaftliche Mitarbeiterstellen finanzieren.


Sprecher: Prof. Dr. Jürgen Rüland
Stellvertretende Sprecher: Prof. Dr. Judith Schlehe, Prof. Dr. Günther Schulze
Laufzeit: Dezember 2009 – Oktober 2015
Förderorganisation: Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF (Im Rahmen des Programms zur Stärkung und Weiterentwicklung von Regionalstudien)


Hier geht's zur
Internetseite der Südostasien-Forschung in Freiburg

 

 


Internationales Lehrforschungs-Kooperationsprojekt in Zusammenarbeit mit der Gadjah Mada Universität, Yogyakarta, Indonesien

 

Seit 2004 werden gemeinsame Feldforschungen von Ethnologie-Studierenden der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Gadjah Mada Universität Yogyakarta (UGM) in jährlichem Wechsel in Deutschland und in Indonesien durchgeführt. Während zu Beginn der Kooperation in Tandems jeweils ein/e Freiburger Studierende/r mit einer StudentIn der UGM zusammen forschte, hat sich das Projekt mittlerweile zu einer kooperativen Forschung in studentischen Kleingruppen entwickelt. Eine Veränderung, die nicht zuletzt durch die interdisziplinäre Erweiterung der Lehrforschung zustande kam. Seit 2011 forschen die Ethnologiestudierenden mit Studierenden der Politikwissenschaft (Internationale Beziehungen) beider Universitäten zusammen. Unter dem Titel From Tandem to Teamwork: A Training Model for Fieldresearch Across Cultural and Disciplinary Boundaries wird die Kooperation ab 2014 außerdem auf weitere Universitäten in Indonesien ausgeweitet.


Projektverantwortliche: Prof. Dr. Judith Schlehe
Laufzeit: 1.1.2014 – 31.12.2017
Forderorganisation: Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD (Programm „Fachbezogene Partnerschaften mit Hochschulen in Entwicklungsländern“)

 

Einen Artikel des Spiegelonline zum Thema finden Sie hier.

Mehr zur
Lehrforschungskooperation finden sie auf unserer Website.

 

 
 

Populäre Geschichtskulturen in Indonesien: Aktuelle Vergangenheitsbezüge im Kontext von Demokratisierung und Dezentralisierung

 

Orte, Medien und Bedeutungen populärer Wissensproduktion sind auch in Zeiten der Globalisierung keineswegs weltweit gleich, sondern durch lokale, kulturelle und politische Faktoren geprägt. Dem geht dieses Projekt am Beispiel Indonesiens nach. Demokratisierung, Dezentralisierung und Islamisierung sind dort gegenwärtig mit hoch brisanten, neuen Aushandlungsprozessen von kulturellen Identitäten verbunden. Dabei spielt die Bezugnahme auf Vergangenheit eine tragende Rolle, um Identifikation und Legitimität herzustellen. Dies gilt nicht nur für akademische Geschichtsschreibung und offizielle Erinnerungskultur, sondern mindestens ebenso sehr für populäre Inszenierungen von ‚Traditionen’ und Vergangenheitsbezügen. Populär aufbereitete Geschichtskultur schlägt sich in Indonesien in vielerlei expressiven Darstellungsformen nieder (das Spektrum reicht von religiösen Ritualen über diverse Kunstgenres bis zu Festivals, Paraden und heritage-Pflege im urbanen wie auch im dörflichen Kontext), welche hier untersucht und durch die Fragen verbunden werden sollen, wie, von wem und mit welchen Effekten Vorstellungen von Vergangenem und von Zugehörigkeit sowie Bilder von lokaler Besonderheit und damit verknüpfte Ein- und Ausschlüsse produziert, ausgedrückt, verbreitet und erfahren werden. Im Fokus stehen also die Wechselwirkungen von populären Inszenierungen und subjektivem Vergangenheitsverständnis sowie dessen Alltagsrelevanz. Besonderes Augenmerk soll indonesischen Jugendlichen gelten und darüber hinaus ethnischen ChinesInnen. Das Projekt basiert auf ethnologischer Feldforschung auf Java und Sulawesi.

Projektleitung: Prof. Dr. Judith Schlehe
Mitarbeiterin: Evamaria Sandkühler (geb. Müller)
Laufzeit: 15.10.2010 – 15.10.2013, verlängert bis 11.05. 2017
Förderorganisation: DFG (im Rahmen der DFG-Forschergruppe „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart". )


Hier geht's zum Portal der DFG-Forschergruppe
 


Die Performativität von Muße: Praktiken freier Zeit in zwei bäuerlichen Gesellschaften

 
Mit ethnographischen Methoden werden in in diesem Teilporjekt des SFB 1015 „Muße – Konzepte, Räume, Figuren“ zwei unterschiedlichen bäuerlichen Gesellschaften Praktiken freier Zeit in ihrem Verhältnis zum jeweiligen Arbeitsalltag untersucht. In doppeltem Vergleich stehen in Westfrankreich Bauern und Handwerker, in Nordnamibia Bauern und Arbeitslose im Mittelpunkt. Von der Notwendigkeit einer performativen Abgrenzung zwischen freier Zeit und Arbeitszeit ausgehend, sucht das Teilprojekt einen empirisch abgesicherten Zugang zu Mußepraktiken und analysiert körperliche Praktiken als Voraussetzungen ihrer Entstehung.

 

Ansprechpartner: Dobler Gregor

Projektlaufzeit:

Projektbeginn: 01.01.2013
Projektende: voraussichtlich 31.12.2016

Projektleitung: Gregor Dobler

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Ethnologie

Werthmannstr. 10
79098 Freiburg i. Br.

Telefon: +49-(0)761/203-3593
Fax: +49-(0)761/203-3581
Email:
sekretariat@ethno.uni-freiburg.de
http://www.ethno.uni-freiburg.de/

http://www.sfb1015.uni-freiburg.de

 


Unsicherheit, Angst und Misstrauen in Buenos Aires – Vertrauensbildung im Umfeld von Strafgerichtsprozessen

In Argentiniens Metropolregion Buenos Aires besteht eine über die letzten Jahrzehnte gewachsene Vertrauensproblematik, die sowohl das Verhältnis der Bürger zum Staat als auch der Bürger untereinander bestimmt. Misstrauen und Angst vor Kriminalität sind Empfindungen, welche sich in Buenos Aires ausbreiten und welche dazu führen, dass Bevölkerungsgruppen, die mit Delinquenz assoziiert werden, zusehends marginalisiert werden. Da Kriminalität häufig mit Armut in Verbindung gesetzt wird, bedeutet dies konkret, dass soziale Spannungen zwischen unterschiedlichen sozio-ökonomischen Gruppen entstehen und Differenz zum 'Anderen' deutlich markiert wird.

Das Forschungsvorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, den Zusammenhang zwischen diesem gesellschaftlichen Misstrauen und dem Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen zu beleuchten und zu klären, in welchem Umfang staatliche Institutionen zur Schaffung und Konsolidierung von Vertrauen beitragen und somit die Entschärfung von sozialen Konflikten begünstigen können. Der Fokus wird dabei auf die Strafjustiz gelegt. Die an Gerichtsverhandlung beteiligten Personengruppen, wie Richter, Justizbeamte, Strafverteidiger, Angeklagte, Zeugen, Journalisten, etc. werden ins Blickfeld genommen, um zu ergründen, welche sozial und kulturell geprägten Wahrnehmungen vom jeweils 'Anderen' die Vertrauenskonstitution beeinflussen. Das Projekt verfolgt so das Ziel, das Verhältnis zwischen persönliche aber professionelle Vertrauensverhältnisse und institutionellem Vertrauen zu ergründen.

Projektleitung: Dr. Ingo Rohrer
Laufzeit: 01.03.2016 – 28.02.2019,
Förderorganisation: DFG eigene Stelle


 

ABORNE: African Borderlands Research Network

Weitere Informationen folgen

Freiburger Forschungsdatenbank

 
Den Forschungsbericht des Instituts für Ethnologie finden Sie auf den Seiten der Freiburger Forschungsdatenbank:
 

 

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