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Lehre: Kooperative Lehrformate

Das Institut für Ethnologie stellt durch kooperative Lehrformate einen Bezug zur Praxis her. So werden Seminare angeboten, die zusammen mit Personen aus verschiedenen praktischen Berufsfeldern geleitet werden.

Tandem-Seminar WS 2017/2018 "Angewandte Ethnologie und Berufspraxis"


Hier werden - neben einer Auseinandersetzung mit applied, engaged und public anthropology - neue Seminarformen erprobt, die auf dem Dialog mit Gästen aus verschiedenen Arbeitsfeldern beruhen:

Dr. Anette Rein (bfe – Bundesverband freiberuflicher Ethnolog_innen),
Dr. Ingrid Wiederschwinger (Personalberatung, Berufsorientierung, Coaching),
Kora Gouré Bi (GIZ - Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit),
Bettina Kocher (Büro für Kultur- und Medienprojekte, Hamburg),
Nadine Zacharias (Moving Ideas - Filme für Forschung und Kultur, Freiburg),
Hannes Bürkel (Kommunales Kino, Freiburg).

Das Seminar wird mit „Erzählcafés“ kombiniert, welche von der Fachschaft Ethnologie mitorganisiert werden.

Dozierende: Judith Schlehe mit Gästen  

 

Tandem-Seminar WS 2017/18 „Seminar: Geflüchtete in Deutschland: Ethnologische Perspektiven und praktische Erfahrungen in der sozialen Arbeit"

Das Seminar verbindet ethnologische Perspektiven (theoretische und methodische Herangehensweisen) mit praktischen Erfahrungen aus der sozialen Arbeit mit Geflüchteten in Freiburg und Umgebung.

Inhaltlich wird die sozio-politische Situation von Geflüchteten und ihre sozialen und rechtlichen Zuschreibungen (wie Asyl, Bleiberecht, etc.) in den verschiedenen Institutionen nachvollzogen: Von der Erstaufnahmestelle über die weiterführende Unterkunft in den Landkreisen bis zur Anschlussunterbringung und verschiedenen Angeboten, beispielsweise für die Integration in den Arbeitsmarkt. Ziel des Seminars ist ein Dialog zwischen ethnologischen Herangehensweisen und den Erfahrungen und Herausforderungen in der praktischen Arbeit herzustellen. Gemeinsam wird diskutiert, was eine ethnologische Perspektive auf das Thema auszeichnet und wie diese in die Arbeit mit Geflüchteten eingebracht werden könnte. Dabei werden praktische Problemfelder und akademische Fragestellungen miteinander in Bezug gesetzt und füreinander fruchtbar gemacht.

 

Dozierende: Saskia Walther (Ethnologie) und Dr. Florian Schumacher (Soziologie, Soziale Arbeit)

ReferentInnen: Dr. Başar Alabay, Regierungspräsidium Freiburg: Interkulturelles Kompetenzteam; Yvonne Kehl, IN VIA  Offenburg (Fachverband der Caritas)

 

Antirassistischen Stadtrundgang "Asyl: Eine Odyssee durch Freiburg"

Im Rahmen des Seminars „Geflüchtete in Deutschland: Ethnologische Perspektiven und praktische Erfahrungen in der sozialen Arbeit“ nahmen am 24. Januar die Seminarteilnehmer*innen an dem Stadtrundgang „Asyl: Eine Odyssee durch Freiburg teil“. Der Stadtrundgang ist von der Aktion Bleiberecht konzipiert und wird auf Anfrage und an festen Zeiten durchgeführt. Er führt zu verschiedenen Orten in der Stadt Freiburg, die für Asylsuchende eine besondere Relevanz haben (vgl. https://www.aktionbleiberecht.de/zeug/abr/stadtrundgang_heft_final_web.pdf). Dabei wurde auf das deutsche Asylrecht eingegangen und dieses in den konkreten Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit von Geflüchteten dargestellt. Schließlich wurde die Situation Geflüchteter in Freiburg mit der europäischen Asyl- und Migrationspolitik in Zusammenhang gestellt. In dem Rundgang fuhren wir mit dem Fahrrad zu verschiedenen Stationen, wie dem Amt für Migration und Integration, einer Sammelunterkunft in der Bissierstraße sowie dem Bahnhof. Am Amt für Migration wurden das Asylverfahren und die Konsequenzen der jeweiligen Aufenthaltstitel für Geflüchtete erläutert. Anhand der fiktiven Fluchtgeschichte einer Frau und deren Tochter, wurden die Flucht und das Asylverfahren in den bürokratischen Strukturen aus einer Akteurs-Perspektive heraus veranschaulicht. Besonders am Beispiel der Sammelunterkunft wurde verdeutlicht, wie sich die gesetzlichen und bürokratischen Strukturen auf die konkreten Lebensbedingungen von Geflüchteten auswirken: Hierzu zählen neben vielen weiteren Faktoren unter anderem eine unsichere Bleibeperspektive, beengter Wohnraum oder die Wohnsitzauflage. An der letzten Station am Bahnhof wurde das Thema globaler Migrations- und Fluchtbewegungen in Zusammenhang mit der europäischen Asyl- und Grenzpolitik gesetzt, wie dem Dublin-Abkommen, der Schließung der Balkanroute und der Kooperation mit fragwürdigen Akteuren, wie aktuell in Libyen. Die Doppelbödigkeit und Widersprüchlichkeit zwischen europäischer Grenzsicherung und allgemeinen Menschenrechten liegen auf der Hand und führen zur grundlegenden Infragestellung gegenwärtiger Migrations- und Asylpolitik. Abschließend wurden alternative Möglichkeiten einer solidarischen Praxis mit Geflüchteten vorgestellt und die Forderung unterstützt, Freiburg in eine Solidarity City umzuwandeln (vgl. https://www.freiburger-forum.net/solidarity-city/).

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Tandem-Seminar SoSe 2017 „Gender, Migration & Flucht. Der schwierige Umgang mit Differenz und die Verbindung von Ethnizität, Identität und Geschlecht“.

Rosaly Magg, Ethnologin und Mitarbeiterin am iz3w (Informationszentrum dritte Welt) leitete gemeinsam mit Saskia Walther (Institut für Ethnologie) das Seminar, in dessen Zentrum die aktuellen Debatten um das Thema Flucht und Migration unter geschlechtsspezifischer Perspektive standen.

An der Schnittstelle von Journalismus und Ethnologie wurden Prozesse der Ethnifizierung und Kulturalisierung medienkritisch diskutiert. Sowohl die Gründe für transnationale Migration als auch die Lebenssituation von MigrantInnen wurden thematisiert und es wurde aufgezeigt, wie diese durch multiple symbolische Ordnungen von Geschlechterbildern sowie durch reale Machtverhältnisse geprägt sind. In dem Seminar wurden die aktuellen Debatten und konkreten Beispiele, wie die Kölner Silversternacht, die Feminisierung der (Arbeits-)migration oder die Kopftuchdebatte in Europa medienkritisch beleuchtet und in Bezug zu theoretischen Konzepten der Postcolonial und Cultural Studies, der Intersektionalität, der Männerforschung sowie feministischen Grundlagenbegriffen diskutiert. 

 

Seminar 'Ethnologische Perspektiven auf Musik und Geschlecht' im WiSe 2013/2014: Kooperation mit dem Uni Radio Echo-fm

Im Rahmen des Seminars 'Ethnologische Perspektiven auf Musik und Geschlecht' unter der Leitung von Dr. Ingo Rohrer haben Studierende in Kooperation mit dem Uni Radio Echo-fm gemeinsam eine Radiosendung konzipiert und verwirklicht.

 Nachzuhören ist diese unter folgendem Link: https://soundcloud.com/audioanthro/aus-zwei-mach-eins-radioprojekt-des-seminars-ethnologische-perspektiven-auf-musik-und-geschlecht) Leitung: Dr. Ingo Rohrer

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