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Kora Gouré Bi (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ

11.01.2018

Kora Gouré Bi (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ https://www.giz.de/de/html/index.html)

Am 11. Januar 2018 fand das dritte Erzählcafé des Wintersemesters 2017/18 statt. Zu Gast war Kora Gouré Bi, langjährige Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn bei Frankfurt. Den Studierenden berichtete sie an diesem Abend sowohl von ihrem persönlichen Werdegang als auch von ihren Erfahrungen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit. Schon als Studentin unternahm sie Reisen nach Westafrika und im Laufe ihrer Karriere sollte diese Region ihr regionaler Fokus bleiben. So arbeitete Kora Gouré Bi unter anderem als Projektleiterin in Abidjan, Côte d’Ivoire. In Kooperation mit den Behörden vor Ort war es die Aufgabe ihres Teams, die Zirkulation illegaler Schusswaffen zu kontrollieren und legale Waffen zu registrieren. Zuletzt führte sie ihre Tätigkeit nach Jordanien, bevor sie vergangenes Jahr nach Deutschland zurückkehrte.
Über ihre Herangehensweise sagt Kora Gouré Bi, dass diese stets ethnologischer Natur gewesen sei. In diesem Zuge betont sie die elementare Bedeutung von Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit gegenüber den Interessen des Gegenübers als grundlegende Merkmale einer ethnologischen Arbeitsweise.
Aber auch kritische Diskurse der Entwicklungszusammenarbeit wurden an diesem Abend aufgegriffen und diskutiert. Ob die Entwicklungsarbeit „eine Einbahnstraße“ (Studierender) hinsichtlich der Vermittlung „deutsche[r] und europäische[r] Werte"1 sei? Dies verneint Kora Gouré Bi. Wichtig sei hierbei, diese Werte nicht aufzuzwingen und Wissen im Rahmen eines offenen Dialogs auf Augenhöhe zu übermitteln, um auf diese Weise eine zukünftige wirtschaftliche Eigenständigkeit der Partnerländer zu ermöglichen. Die Frage nach der Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit beantwortet Kora Gouré Bi, indem sie betont, dass die Zusammenarbeit zwischen Ländern stets ein Thema sein werde – ob dies jedoch wie bisher in Form einer rein ‚westlichen Expertise’ von statten ginge, würde sich zeigen.
Zu guter Letzt gab sie den Studierenden der Ethnologie den persönlichen und motivierenden Rat auf den Weg, sich dem zu widmen, was individuell wirklich begeistere und dem man in Anbetracht der Lebenszeit, die man im Beruf verbringt, mit Enthusiasmus folgen könne.

 


 
      Foto Goure Bi I
 
      Foto Goure Bi II